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Bertha Wegmann: 'Porträt der Künstlerin Marie Triepcke', 1885. Der Sammlung Hirschsprung.

Bertha Wegmann. In vielen Sprachen malen

9. Februar - 29. Mai 2022

Bertha Wegmann (1847-1926) ist eines der bestgehüteten Geheimnisse der dänischen Kunst. Zu ihren Lebzeiten war sie bekannt und anerkannt, nahm an großen Ausstellungen im In- und Ausland teil, war Mitglied in den zentralen Organen der Akademie und eine gefragte Porträtmalerin. Trotz ihrer eindrucksvollen Karriere ist Wegmann heute nahezu ein unbeschriebenes Blatt. Bereits zu Lebzeiten geriet sie allmählich in Vergessenheit und erhielt weder einen Platz in der Kunstgeschichte, noch konnte sie ihre Werke an die dänischen Kunstmuseen verkaufen. Dieses Schicksal teilt Wegmann mit vielen anderen ihrer zeitgenössischen künstlerischen Weggefährtinnen.

Wegmann wurde in der Schweiz geboren und zog im Alter von 5 Jahren mit ihrer Familie nach Dänemark. Für eine Frau war es in Dänemark schwierig, eine Ausbildung als professionelle Künstlerin zu machen, weshalb Wegmann einen Großteil ihres Lebens mit Reisen und Ausbildungen in Europa verbrachte. Nicht zuletzt ein 13-jähriger Aufenthalt in München sollte eine wichtige Rolle für ihre künstlerische und menschliche Entwicklung spielen. In Dänemark betonten die Kritiker ihren internationalen Stil und dass sie keine gebürtige Dänin war, machte die Sache nicht besser – obwohl sie sich selbst als Dänin fühlte. Trotz fleißiger Teilnahme an Ausstellungen im In- und Ausland wurden ihre Werke in erster Linie von einem Netzwerk privater Sammler gekauft. Verkäufe an die dänischen Museen erfolgten erst nach ihrem Tod.

Als Künstlerin konnte Bertha Wegmann alles malen: Porträts, Landschaften, Stadtansichten, Genrebilder, Stillleben, Blumen und Interieurs. Außerdem bediente sie sich einer vielfältigen und nuancierten Formensprache. In der ersten forschungsbasierten Ausstellung über die Künstlerin zeigen wir nicht nur ihre Hauptwerke, sondern bieten auch einen guten Einblick in ihre umfangreiche künstlerische Produktion. Ein Œuvre, das während des skandinavischen Aufbruchs in die Moderne entstand, als sich die Welt erweiterte und die Frauen größeren Spielraum erhielten. Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, sich einer Künstlerin zu nähern, die sich einen Großteil ihres Lebens dynamisch zwischen Ländern und Gemeinschaften bewegte und sich von den Orten, an denen sie arbeitete, und den Menschen, denen sie begegnete, inspirieren ließ.

Sowohl die dänische als auch die internationale Kunstszene zeigen heute zunehmendes Interesse an Wegmann, weshalb sich viele ihrer Hauptwerke im Ausland befinden. In die Ausstellung kann man eine große Auswahl gerade dieser Werke als Leihgaben erleben.

Eine umfangreiche forschungsbasierte Publikation über die Künstlerin begleitet die Ausstellung.

Die Ausstellung ist anschließend im Skovgaard Museum zu sehen.

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Bertha Wegmann 'Junge Mutter mit Kind im Garten' (1883) Nationalmuseum Stockholm.
Jeanna-Bauck-maleri-Wegmann-504
Bertha Wegmann: 'Porträt der schwedischen Malerin Jeanna Bauck", (1887). Der Sammlung Hirschsprung.
Wegmann Bertha portræt samling maleri
Bertha Wegmann: 'Porträt der schwedischen Pianistin Hanna Lucia Bauck', unbekanntes Jahr. Der Sammlung Hirschsprung.
Wegmann
Bertha Wegmann 'Interieur mit nähender Frau', 1891.
Privateigentum / © 2008 Christie’s Images Limited
Wegmann 3196 SMK Foto 2019 beskåret
Bertha Wegmann: 'Das Heu wird gewendet' ca. 1888. Der Sammlung Hirschsprung.
Wegmann Interiør med markbuket og kunstnerens malerkasse
Bertha Wegmann. 'Arrangement mit Feldblumenstrauß und der Palette des Künstlers', ca. 1882, Sammlung Hirschsprung.

Die Ausstellung wird unterstützt von: 15. Juni Fonden, Augustinus Fonden, Axel Muusfeldts Fond, Dansk Tennis Fond, Den Hielmstierne-Rosencroneske Stiftelse, Dronning Margrethes og Prins Henriks Fond, Fondet for dansk-svensk samarbejde, Frimodt-Heineke Fonden, GANGSTEDFONDEN, Hoffmann og Husmans Fond, Knud Højgaards Fond, Lemvigh-Müller Fonden, Lizzi og Mogens Staal Fonden, Ny Carlsbergfondet, Sportgoodsfonden, Aage og Johanne Louis-Hansens Fond, Toyota-Fonden.